Fortinet ein weltweit tätiges Cybersicherheitsunternehmen, identifizierte 314,8 Milliarden schädliche Aktivitäten, die im ersten Halbjahr 2025 auf Brasilien abzielten. Diese Daten stammen aus dem Bericht „Global Threat Landscape“, der von FortiGuard Labs, dem Threat-Intelligence-Labor des Unternehmens, erstellt wurde. Die Studie analysierte das Cyberverhalten in Lateinamerika und Kanada in diesem Zeitraum und erfasste über 374 Milliarden Angriffsversuche – 84 % davon richteten sich gegen Brasilien. Mexiko (10,8 %), Kolumbien (1,89 %) und Chile (0,1 %) komplettieren in geringerem Maße die Liste der am stärksten betroffenen Länder der Region.
Der Bericht wurde auf dem Fortinet Cybersecurity Summit Brazil 2025 (FCS 2025), einer der größten Cybersicherheitsveranstaltungen in Lateinamerika, vorgestellt. Auf der Veranstaltung wurde außerdem bekannt, dass Brasilien für 41,9 Millionen Malware-Verbreitungsaktivitäten – Software, die entwickelt wurde, um Computersysteme zu beschädigen oder unbefugten Zugriff darauf zu erlangen – und 52 Millionen Aktionen im Zusammenhang mit Botnetzen verantwortlich war, die die Fernsteuerung infizierter Geräte ermöglichen.
„Mit der Präsentation der wichtigsten Cyberbedrohungsdaten für Lateinamerika und Kanada auf der FCS 2025 bekräftigen wir unser Engagement für Transparenz, Zusammenarbeit und die Vorbereitung des Marktes auf digitale Risiken. Die Umwandlung von Daten in strategisches Wissen ist der erste Schritt zu einer ausgereifteren und effektiveren Sicherheitskultur in Brasilien“, so Frederico Tostes, Country Manager von Fortinet Brasilien.
Die Studie berücksichtigt das Modell der Cyberzerstörungskette, das jede Phase eines Angriffs – von der Aufklärung bis zur finalen Ausführung – analysiert. In Brasilien wurden als Hauptvektoren 1 Milliarde Brute-Force-Angriffe und 2,4 Milliarden Versuche zur Ausnutzung von Sicherheitslücken festgestellt. In der Aufklärungsphase wurden 2 Milliarden aktive Überprüfungen registriert. In der Ausführungsphase gab es 4 Millionen Drive-by-Download-Versuche (unbeabsichtigte Software-Downloads) und 662.000 schädliche Office-Dateien.
In der Installationsphase fielen 12 Millionen Trojaner auf – Schadsoftware, die sich als legitime Software tarnt, um den Nutzer zu täuschen – sowie 67.000 unautorisierte Versuche des Kryptowährungs-Minings (CryptoMiner). In der abschließenden Phase, die sich auf Aktionen und Ziele konzentriert, verzeichnete das Land 309 Milliarden Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) und 28.100 Ransomware-Vorfälle – Schadsoftware, die die Daten des Opfers verschlüsselt und ein Lösegeld für die Wiederherstellung des Zugriffs fordert.
Laut Alexandre Bonatti, VP of Engineering bei Fortinet Brasilien, liegt ein weiterer Schwerpunkt des Berichts in der Fokussierung der Bedrohungen auf die Wirkungsphase. „In Brasilien sind 98,11 % der identifizierten schädlichen Aktivitäten direkt mit Endeffekten verbunden. Nur 1,01 % betreffen die Phase des ersten Zugriffs. Dies deutet auf ein Szenario zunehmend gezielter, schneller Angriffe hin, die auf Störung oder Erpressung abzielen. In diesem Szenario sollte der Fokus nicht nur auf der Prävention von Angriffen liegen, sondern auch darauf, wie man reagieren und deren Auswirkungen schnell eindämmen kann“, analysiert der Manager.
Frederico Tostes erklärt, dass die zunehmende Komplexität und das wachsende Volumen von Angriffen die Dringlichkeit integrierter, proaktiver und kontinuierlicher Cybersicherheitsstrategien unterstreichen. „Mit der Veröffentlichung dieses Berichts im Rahmen der FCS 2025 bekräftigen wir Fortinets Engagement, Unternehmen und Institutionen beim Schutz ihrer digitalen Assets auf Basis globaler Erkenntnisse und modernster Technologie zu unterstützen.“
Fortinet strukturiert seine Threat-Intelligence-Operationen in einem kontinuierlichen Zyklus aus sechs Phasen: Zielidentifizierung, Datenerfassung, -verarbeitung, -analyse, -verbreitung und Feedback. Dieser Ansatz gewährleistet schnelle und nachhaltige Reaktionen auf neue Bedrohungen mit Echtzeit-Updates für Systeme und Kunden.
Digitales Risiko: In Brasilien werden in der ersten Hälfte des Jahres 2025 314 Milliarden böswillige Aktivitäten festgestellt.
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