Die Zahl der Logistikbelegschaften in Brasilien wuchs zwischen 2018 und 2023 um 121 Milliarden Tonnen, von 2,63 Millionen auf 2,86 Millionen. Dies geht aus dem Bericht „Die Belegschaft im Logistiksektor in Brasilien“ hervor, der von der Gi Group Holding in Zusammenarbeit mit Lightcast, einem Unternehmen für Arbeitsmarktdatenanalyse, erstellt wurde. Dieses Wachstum wurde durch Investitionen in die Erhöhung der Logistikkapazitäten nach der Pandemie vorangetrieben, löst jedoch weiterhin nicht die größten Engpässe des Sektors: mangelnde Qualifikation, geringe Vielfalt und eine alternde Belegschaft.
In Lateinamerika stieg die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der Logistikbranche von 3.546 im Jahr 2019 auf über 2,39 Millionen im Jahr 2024 – ein Anstieg um 67.000 in nur fünf Jahren. Die Studie weist jedoch darauf hin, dass sich ein Großteil der Neueinstellungen nach wie vor auf traditionelle operative Positionen wie Lagerarbeiter, Packer und Fahrer konzentriert, während die Nachfrage nach qualifizierteren Fachkräften steigt.
„Wir haben einen Sektor, der hinsichtlich der Zahl der offenen Stellen schnell gewachsen ist, dessen Talente sich jedoch noch immer auf operative Funktionen konzentrieren. Die Herausforderung besteht nun darin, sicherzustellen, dass die Qualifikation der Arbeitskräfte mit diesem Wachstum Schritt hält. Andernfalls entsteht ein struktureller Engpass, der das Logistikpotenzial des Landes beeinträchtigen könnte“, sagt Alexandre Gonçalves Sousa, Leiter der Logistikabteilung bei Gi BPO, einer spezialisierten Outsourcing-Einheit der Gi Group Holding.
Allein unter den Lagerarbeitern gibt es in Brasilien über 1,5 Millionen Fachkräfte. Spezialisierte Berufe hingegen sind trotz deutlich steigender Nachfrage nach diesen Positionen weiterhin unterrepräsentiert. Die Nachfrage nach Sicherheitsingenieuren stieg innerhalb von 12 Monaten um 275,61 TP3Billionen. Fähigkeiten wie robotergestützte Prozessautomatisierung (+175,81 TP3Billionen), computergestütztes Wartungsmanagement (+65,31 TP3Billionen) und Zollbestimmungen (+113,41 TP3Billionen) gehören zu den gefragtesten Fähigkeiten der Unternehmen.
„Die Logistik wird zunehmend technologisch und vernetzt. Die Nachfrage nach Fähigkeiten wie Prozessautomatisierung, künstliche Intelligenz und computergestütztes Wartungsmanagement zeigt, dass der Sektor bereits im Zeitalter der Industrie 4.0 angekommen ist, die Belegschaft jedoch noch mit dieser Transformation Schritt halten muss“, betont der Manager.
Auch Soft Skills gewinnen an Bedeutung. Besonders hervorzuheben sind Teammotivation (+122,51 TP3T), strategische Entscheidungsfindung (+93,41 TP3T) und Kundenorientierung (+51,41 TP3T). Dies deutet auf eine wachsende Wertschätzung von Profilen mit Führungs- und Managementfähigkeiten und einer ergebnisorientierten Vision hin.
Alterung und männliche Erwerbsbevölkerung
Die Umfrage zeigt auch, dass der Logistiksektor weiterhin mit historischen Herausforderungen konfrontiert ist. Eine davon ist die Ungleichheit der Geschlechter. Frauen stellen in Brasilien nur 111 Millionen Menschen an der formellen Erwerbsbevölkerung, und in Bereichen wie Lieferkettenmanagement, Logistik und Maschinenbedienung sind sie nur sehr gering vertreten.
„Trotz konkreter Fortschritte ist der Frauenanteil in der Logistik nach wie vor sehr gering. Wir müssen über Einstellungsziele hinausgehen und uns auf die Schaffung integrativer Umgebungen mit echten Aufstiegschancen für Frauen auf allen Ebenen konzentrieren“, argumentiert Alexandre.
Auch das Alter ist ein entscheidender Faktor. Fachkräfte zwischen 25 und 54 Jahren stellen 741.000.000 der Erwerbstätigen, während junge Menschen unter 25 Jahren nur 111.000.000 ausmachen. Die Zahl der über 65-Jährigen beträgt 111.966 – eine Gruppe, die in den kommenden Jahren voraussichtlich den Markt verlassen wird.
„Die Daten zu mehr als 111.000 Fachkräften über 65, die noch in der brasilianischen Logistik arbeiten, zeigen, wie sehr der Sektor von einer Generation abhängig ist, die dabei ist, den Markt zu verlassen. Um mittel- und langfristig Stabilität zu gewährleisten, wird es entscheidend sein, junge Menschen anzuziehen und die Nachfolge zu fördern“, warnt er.
Planung und Qualifizierung sind für die Zukunft unerlässlich
Für die Gi Group Holding ist ein nachhaltiges Wachstum im Logistiksektor nur durch Investitionen in Weiterbildung, Diversität und Personalplanung möglich. Das Unternehmen bietet integrierte Lösungen in den Bereichen Personalbeschaffung, BPO, RPO, Schulung, Beratung und langfristige Beschäftigung in verschiedenen Wirtschaftssektoren wie Industrie, Konsumgüter, Technologie, Einzelhandel und Dienstleistungen.
„Unternehmen, die jetzt in Qualifizierungsstrategien, Weiterbildung und effizientes Talentmanagement investieren, sind besser auf die zunehmende Komplexität der Lieferketten vorbereitet. Die Belegschaft muss sich mit der Branche weiterentwickeln“, so das Fazit des Gi-BPO-Managers.

