Laut dem Bericht „Die Arbeitskräfte im Logistiksektor Brasiliens“, der von der Gi Group Holding in Zusammenarbeit mit Lightcast, einem auf Arbeitsmarktdatenanalysen spezialisierten Unternehmen, erstellt wurde, wuchs die Zahl der Beschäftigten im brasilianischen Logistiksektor zwischen 2018 und 2023 um 12 Prozent von 2,63 Millionen auf 2,86 Millionen. Dieses Wachstum wurde durch Investitionen in den Ausbau der Logistikkapazitäten nach der Pandemie getragen, löst aber die Hauptprobleme des Sektors – den Mangel an qualifiziertem Personal, die geringe Diversität und die alternde Belegschaft – nicht.
In Lateinamerika ist die Zahl der offenen Stellen im Logistiksektor von 3.546 im Jahr 2019 auf über 2,39 Millionen im Jahr 2024 sprunghaft angestiegen – ein Zuwachs von 67.000 % innerhalb von nur fünf Jahren. Die Studie zeigt jedoch, dass ein Großteil der Neueinstellungen weiterhin auf traditionelle operative Tätigkeiten wie Lagerarbeiter, Packer und Fahrer konzentriert ist, während der Bedarf an qualifizierteren Fachkräften stetig wächst.
„Wir haben einen Sektor, der hinsichtlich des Beschäftigungsvolumens rasant gewachsen ist, dessen Fachkräftepool sich aber weiterhin auf operative Funktionen konzentriert. Die Herausforderung besteht nun darin, sicherzustellen, dass die Qualifikationen der Arbeitskräfte mit diesem Wachstum Schritt halten. Andernfalls droht ein struktureller Engpass, der das logistische Potenzial des Landes beeinträchtigen könnte“, sagt Alexandre Gonçalves Sousa, Leiter der Logistikabteilung bei Gi BPO, einer auf Outsourcing spezialisierten Einheit der Gi Group Holding.
Allein in Brasilien gibt es über 1,5 Millionen Fachkräfte im Bereich Lagerhaltung. Spezialisierte Berufe sind hingegen weiterhin unterrepräsentiert, obwohl die Nachfrage nach diesen Positionen deutlich gestiegen ist. Die Nachfrage nach Sicherheitsingenieuren hat sich innerhalb von zwölf Monaten um 275,6 % erhöht. Kenntnisse in Bereichen wie robotergestützter Prozessautomatisierung (+175,8 %), computergestütztem Instandhaltungsmanagement (+65,3 %) und Zollbestimmungen (+113,4 %) zählen zu den gefragtesten Fähigkeiten bei Unternehmen.
„Die Logistik wird zunehmend technologieorientierter und vernetzter. Die Nachfrage nach Kompetenzen wie Prozessautomatisierung, künstlicher Intelligenz und computergestütztem Instandhaltungsmanagement zeigt, dass der Sektor bereits im Zeitalter von Industrie 4.0 angekommen ist, aber die Arbeitskräfte müssen mit diesem Wandel Schritt halten“, betont der Manager.
Auch Soft Skills gewinnen an Bedeutung. Zu den wichtigsten zählen Teammotivation (+122,5 %), strategische Entscheidungsfindung (+93,4 %) und Kundenorientierung (+51,4 %), was die wachsende Wertschätzung für Profile mit Führungsqualitäten, Managementkompetenz und einer ergebnisorientierten Vision verdeutlicht.
alternde und männliche Belegschaft
Die Studie zeigt auch, dass der Logistiksektor weiterhin mit traditionellen Herausforderungen konfrontiert ist. Eine davon ist die Geschlechterungleichheit. Frauen stellen in Brasilien nur 11 % der formell Beschäftigten und sind in Bereichen wie Lieferkettenmanagement, Logistik und Maschinenbedienung nur sehr geringfügig vertreten.
„Trotz einiger Fortschritte ist der Frauenanteil in der Logistik nach wie vor sehr gering. Wir müssen über Einstellungsziele hinausgehen und integrative Umgebungen schaffen, die Frauen auf allen Hierarchieebenen echte Aufstiegschancen bieten“, argumentiert Alexandre.
Das Alter spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Fachkräfte zwischen 25 und 54 Jahren stellen 74 % der Erwerbstätigen, während junge Menschen unter 25 Jahren nur 11 % ausmachen. Die Gruppe der über 65-Jährigen zählt hingegen 111.966 Personen – eine Gruppe, die voraussichtlich in den kommenden Jahren aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden wird.
„Die Tatsache, dass in der brasilianischen Logistikbranche noch immer über 111.000 Fachkräfte über 65 Jahre tätig sind, zeigt, wie sehr der Sektor von einer Generation abhängt, die nun ausscheidet. Die Gewinnung junger Menschen und die Förderung der Nachfolgeplanung sind entscheidend für die Stabilität mittel- und langfristig“, warnt er.
Planung und Ausbildung sind für die Zukunft unerlässlich.
Für die Gi Group Holding kann der Logistiksektor sein Wachstum nur durch Investitionen in Kompetenzentwicklung, Diversität und Personalplanung aufrechterhalten. Das Unternehmen bietet integrierte Lösungen in den Bereichen Personalbeschaffung, BPO, RPO, Training, Beratung und langfristige Beschäftigungsfähigkeit in verschiedenen Wirtschaftszweigen wie Industrie, Konsumgüter, Technologie, Einzelhandel und Dienstleistungen.
„Unternehmen, die jetzt in Kompetenzentwicklung, kontinuierliche Weiterbildung und effiziente Talentmanagementstrategien investieren, sind besser gerüstet, um der zunehmenden Komplexität der Lieferketten zu begegnen. Die Belegschaft muss sich mit dem Sektor weiterentwickeln“, so das Fazit des Managers von Gi BPO.

