Der brasilianische Einzelhandel zeigt auch 2025 weiterhin Widerstandsfähigkeit und Stärke. Laut dem von HiPartners erstellten Retail Performance Index (IPV) verzeichnete der Monat Mai, der traditionell vom Muttertag geprägt ist, sowohl beim Kundenverkehr als auch beim Umsatz der stationären Geschäfte ein Wachstum.
Die Ergebnisse waren über alle Betriebsformate hinweg einheitlich. Geschäfte in Einkaufszentren verzeichneten ein Wachstum der Kundenfrequenz um 6 % und einen Umsatzanstieg von 6 %, während auch Geschäfte im Erdgeschoss Fortschritte zeigten, mit einem Anstieg der Kundenfrequenz um 4 % und einem Umsatzanstieg von 5 % im Vergleich zum Mai 2024.
Das Wachstum war landesweit einheitlich: Die Umsätze im brasilianischen stationären Einzelhandel stiegen um 5 %, wobei die Regionen Nordost und Mittelwest mit Zuwächsen von 9 % bzw. 7 % besonders hervorstachen. Auch andere Regionen verzeichneten ein positives Wachstum: 5 % im Südosten, 4 % im Süden und ein leichter Anstieg von 0,1 % im Norden. Selbst in Regionen mit rückläufiger Kundenfrequenz, wie dem Süden, Südosten und Mittelwesten, blieben die Umsätze dank höherer durchschnittlicher Warenkorbwerte und effizienterer Abläufe stabil. Dieses Ergebnis unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der Konsumausgaben, selbst in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld.
„Die Ergebnisse vom Mai zeigen, wie gut brasilianische Einzelhändler reagieren. Trotz rückläufiger Umsätze stiegen die Einnahmen, was auf ein strategischeres Management mit Fokus auf den durchschnittlichen Warenkorbwert und gut geplante Maßnahmen zurückzuführen ist. Diejenigen, die vorausschauend handelten und ihre Abläufe anpassten, konnten davon profitieren. Die gute Performance der stationären Geschäfte unterstreicht den Wert des Einkaufserlebnisses im Geschäft, insbesondere an emotional bedeutsamen Tagen wie dem Muttertag“, betont Henrique Carbonell, Gründungspartner von F360, einem Unternehmen von HiPartners, der die Umsatz- und Verkaufsdaten für den Index erstellte.
Der durchschnittliche Ticketpreis stieg im Mai 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,8 %, was auf die starke Performance verschiedener Segmente zurückzuführen ist. Im Einzelhandel betrug der Anstieg 4,6 %, in Einkaufszentren fiel das Wachstum mit 5,6 % sogar noch deutlicher aus. Regional betrachtet stachen der Nordosten mit einem Anstieg von 6,8 % und der Mittelwesten mit 5,8 % hervor. Der Südosten verzeichnete einen Anstieg von 4,9 %, gefolgt vom Norden (3,1 %) und dem Süden (1,2 %).
In der Woche vor dem Muttertag stieg der Kundenverkehr in den Ladengeschäften im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2024 um beachtliche 25,5 %. Am Samstag vor dem Muttertag betrug der Anstieg 13 %.
Diese Ergebnisse zeigen, dass trotz eines Rückgangs der Verkaufszahlen die Einnahmen weiter stiegen, und zwar um 5,93 % in der Woche und um 6,03 % am Samstag, was zu einem höheren durchschnittlichen Ticketpreis führte.
„Wir haben beobachtet, dass trotz des geringeren Kundenaufkommens in Einkaufszentren die durchschnittlichen Ausgaben pro Einkauf deutlich gestiegen sind. Dies deutet auf ein bewussteres und gezielteres Kaufverhalten hin, das sich auf höherwertige Produkte konzentriert, insbesondere bei Einkäufen zum Muttertag. Das Ergebnis bestätigt den Trend zu einem selektiveren Konsum, bei dem die Verbraucher weniger, dafür aber teurere Produkte kaufen und dabei Wert auf Qualität, Relevanz und ein bedeutungsvolleres Einkaufserlebnis legen“, betont Flávia Pini, Partnerin bei HiPartners.
| Metrisch | Muttertagswoche (Jahr für Jahr) | Samstag (Jahr für Jahr) | |
| Fakturierung | ▲5,93% | ▲6,03% | |
| Verkäufe | ▼1,80% | ▼0,86% | |
Eine Analyse nach Regionen zeigt, dass der Norden und der Mittelwesten am Samstag vor Herausforderungen standen, während der Südosten und der Süden in beiden Zeiträumen ein starkes Zuwachswachstum verzeichneten.
| Region | Woche (Jahr für Jahr) | Samstag (Jahr für Jahr) |
| Norden | ▲85,05% | ▼16,03% |
| Nordosten | ▲24,90% | ▲1,91% |
| Südost | ▲27,25% | ▲17,15% |
| Süden | ▲14,60% | ▲9,42% |
| Zentralwest | ▲0,41% | ▼15,80% |
Wirtschaftlicher Kontext und PMC (Monatliche Handelsumfrage)
Obwohl die Analysezeiträume unterschiedlich sind, untermauern auch die Daten der Monthly Retail Trade Survey (PMC/IBGE) für April die Interpretation eines widerstandsfähigen Einzelhandelssektors auf dem Weg der allmählichen Erholung.
Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Jahresvergleich um 4,8 %, wobei die Zahlen für März nach oben korrigiert wurden. Trotz einer leichten Umsatzverlangsamung zwischen März und April – bedingt durch saisonale Faktoren und das weiterhin von hohen Zinsen und Kreditdruck geprägte gesamtwirtschaftliche Umfeld – deutet die positive Entwicklung im gesamten ersten Quartal, zusammen mit dem deutlichen Wachstum des IPV im Mai, auf eine Fortsetzung des Erholungszyklus im physischen Konsum hin.
Die Kombination aus einem nach wie vor starken Arbeitsmarkt, dem Aufschwung durch saisonale Ereignisse wie den Muttertag und Werbeaktionen im Einzelhandel hat dazu beigetragen, dass die Verbraucher aktiv geblieben sind, selbst in einem wirtschaftlichen Umfeld, das weiterhin Vorsicht erfordert.

